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Aus  der wechselvollen Geschichte des thueringischen Dorfes

TEIL I                               Vogelsberg

wappenbutton02Alte Siegel stehen im Mittelpunkt des Wappens der Gemeinde Vogelsberg. Der Vogel auf dem Berg, der zugleich redendes Symbol in volksetymologischer Deutung des Ortsnamens ist, befindet sich bereits seit dem 17. Jahundert im Siegelbild der Gemeinde. Seit 1912 ist neben diesem Symbol ein aufrechtes Schwert im Gemeindesiegel nachweisbar, offensichtlich in Erinnerung an den 1378 erwähnten Dingstuhl in Vogelsberg. Ergänzt werden diese beiden Symbole im Wappen durch den Waidstein, der auf den in dieser Gegend verbreiteten Waidanbau und die Waidverarbeitung verweist.


Anhand  vieler Ausgrabungen wurde nachgewiesen,daß in der Gegend und in der Ortslage Vogelsberg bereits vor 4000 bis 7000 Jahren Menschen gelebt haben. Zahlreich sind Funde von  Siedlungsstellen und Gräbern, die auf die Jungsteinzeit verweisen.  So fand beispielsweise 1954 der Vogelsberger Bauer Heino Laubstein beim Pflügen seines Ackers ein 3500 Jahre altes Grabmal einer jungen Frau. Sie war eine Angehörige eines böhmischen Bauernvolkes, das nach Thüringen umgesiedelt war.

grab

Die erste sicher datierte Erwähnung Vogelsbergs befindet sich in einem Dokument vom 18. Mai 876. Es ist das Protokoll einer Reichsversammlung, die in Ingelheim am Rhein unter König Ludwig dem Deutschen geführt wurde. Hierbei wurde ein Streit um den Anspruch des Zehnten* in Thüringen zwischen dem Erzbischhof Luibert von Mainz und dem Abt Sigihard vom Kloster Fulda geschlichtet.

*Der Zehnt war eine im Feudalismus auferlegte Abgabe (eine mittelalterliche Steuer) an die Kirche. Dabei mußte im Allgemeinen der zehnte Teil der Feldfrüchte und des Viehs entrichtet werden.

  

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